Sehenswürdigkeiten in Trier – 10 Tipps für den Ausflug in die Moselstadt

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Porta Nigra – das Wahrzeichen unter den Sehenswürdigkeiten in Trier
Die Porta Nigra war in der Römerzeit das nördliche Stadttor von Augusta Treverorum, dem heutigen Trier und gilt als Wahrzeichen der Stadt. Sie ist die erste der Sehenswürdigkeiten in Trier, an die einem in den Sinn kommt, wenn man an die Stadt an der Mosel denkt. Wie man mittlerweile weiß, wurde sie in Friedenszeiten erbaut, nicht etwa um eine konkrete Gefahr, wie Germanen oder Kelten abzuwehren. Im Mittelalter diente die Porta sogar als „Wohnung“, und zwar für den byzantinischen Mönch Simeon, der sich dort als Einsiedler niederließ. Zu dessen Ehren wurde die Porta auch kurzerhand zur sogenannten Doppelkirche umfunktioniert, mit sakralen Anbauten jeweils an den Seiten. Erst Napoleon Bonaparte veranlasst im frühen 19. Jahrhundert wieder den Rückbau zum eigentlich römischen Nordtor, die sakralen Zubauten wurden kurzerhand wieder entfernt.
Doch warum heißt das Tor Porta Nigra (lat. Schwarzes Tor)? Nun, über diese Bezeichnung wurde zum ersten Mal im Mittelalter spekuliert. Eine Theorie ist, dass das Tor dem römischen Kriegsgott Mars gewidmet war und es „schwarze“ Tage für alle waren, die dadurch in den Krieg zogen oder aus dem Krieg zurückkamen. Wahrscheinlicher ist allerdings, dass sich der Name von der dunklen Färbung des Sandsteins herleitet.
Heute ist die Porta ein regelrechter Tourismusmagnet und hat sogar den Status als UNESCO Weltkulturerbe. Hier starten zudem die meisten Altstadtführungen durch Trier.
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Brot und Spiele – Das Amphitheater Trier bewundern
Auch außerhalb der Altstadt gibt es ordentlich was zu sehen. Das Amphitheater in Trier wurde im 2. Jahrhundert u. Z. erbaut und diente dazu, wie es seit jeher üblich war, mit Brot und Spielen die Bevölkerung bei Laune zu halten. Dabei ging es alles andere als zimperlich zu. Das Amphi war Schauplatz von Gladiatorenkämpfen, Tierhetzen und öffentlichen Spektakeln wie große Ankündigungen und sogar Hinrichtungen. Mit Platz für rund 20.000 Zuschauer gehörte es zu den wichtigsten Unterhaltungsorten der römischen Stadt. Heute zählt es zu den eindrucksvollsten antiken Freilichtanlagen unter den Sehenswürdigkeiten in Trier. Besonders interessant: An heißen Tagen sind die unterirdischen Gänge des Amphis sehr beliebt. Schmale Holzstege führen durch ein Tunnelsystem über kleine Wasseransammlungen, die eine angenehme Kühle von sich geben. In der Antike wurden dort die unglücklichen Tiere in die Arena gelassen, später wurden die Gänge aufgrund ihrer Kühle als Lagerräume benutzt.
Zudem ist das Amphitheater keinesfalls ein Beispiel für brachliegende Sehenswürdigkeiten in Trier. Im Gegenteil, der Ort wird häufig für Konzerte verschiedener Chöre und nationaler sowie internationaler Bands genutzt. Auch Theateraufführungen und Musicals gehören zu festen Programmpunkten. Die Akustik ist eben perfekt dafür. Gladiatorenkämpfe gibt es zwar auch noch hin und wieder, allerdings nur nachgestellte.
Übrigens: Das Amphi lässt sich auch ausgezeichnet bei einer geführten „Die Römer in Trier“ – Tour erkunden.


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Kaiserthermen – Die unterirdischen Gänge der antiken Bäder erkunden
Wer durch Trier fährt, ist mit sehr großer Wahrscheinlichkeit schon an ihnen vorbeigefahren und hat sich gewundert, um welches antike Bauwerk es sich handelt: Die Kaiserthermen entstanden im 4. Jahrhundert n. u.Z. als riesige Badeanlage für die Bewohner der kaiserlichen Residenzstadt Trier. Sie ist ebenfalls Teil des UNESCO Weltkulturerbes und steht seit den 1980ern unter Denkmalschutz. Wie auch die Porta Nigra, wurden die Kaiserthermen nie fertiggestellt und wurden sogar schon kurz nach ihrer Entstehung zur Reiterkaserne umfunktioniert. Im Mittelalter des 12. Jahrhunderts wurden die Thermen dann als Teil der Stadtmauer genutzt.
Unterteilt in unterschiedlich temperierte Bäder, Sportbereichen und Wandelhallen, sollten die Kaiserthermen womöglich einen repräsentativen Zweck erfüllen. Ob hier jemals jemand gebadet hat, bliebt allerdings ungewiss. Aufgrund kriegerischer Aktivitäten hat Kaiser Konstantin kurz nach Beginn der Bauarbeiten Trier verlassen und der Stadt somit den Status als Residenzstadt entzogen. Die Bauarbeiten lagen seither brach. Heute haben die Kaiserthermen neben ihrer Rolle als Zeugnis des antiken römischen Alltags noch eine ganz andere Funktion: Dort finden nämlich regelmäßig Konzerte und andere kulturelle Events statt, die das unkonventionelle Setting nutzen.
Spannend: bei archäologischen Arbeiten im unterirdischen Gangsystem wurde in den 1980ern ein Abdruck eines Zirkels entdeckt, der offenbar damals während der Bauarbeiten vergessen wurde.
Und: Obwohl die Kaiserthermen eine beachtliche Größe aufweisen, sind sie nur die zweitgrößte antike Badeanlage in Trier. Platz 1 geht an die Barbarathermen auf dem Viehmarkt.
Wer das beeindruckende Areal mit seinen unterirdischen Gängen begutachten möchte, kann dies zudem mit einer Besichtigung des dortigen Museums verbinden.
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Konstantinbasilika – Die Basilika, die eigentlich keine ist
Die Konstantinbasilika ist ein kurioser Fall unter den Sehenswürdigkeiten Triers. Die Bezeichnung „Basilika“ ist eigentlich nicht zutreffend. Weder ist das Bauwerk eine katholische Kirche, was ihm den Titel „Basilika“ einbringen könnte, noch kann man bei dem Baustil von einer Basilika sprechen. Streng genommen ist die Konstantinbasilika nämlich eine Saalkirche. Ihr Name geht auf den ehemaligen römischen Kaiser Konstantin den Großen zurück und stammt demnach aus dem 4. Jahrhundert u.Z.
Wie viele Trierer Bauten, die aus der Römerzeit stammen, erlebte auch die Basilika mehrere Umbauten, Abrisse, Wiederaufbauten und Umfunktionierungen. Den Zweiten Weltkrieg überstand die Basilika leider nicht, weswegen, sie neu aufgebaut wurde und ein etwas „bauklotzartiges“ Äußeres erhielt. Der Blick ins Innere lohnt sich in vielerlei Hinsicht. Zum einen ist der prunkvolle Marmorfußboden ein beeindruckender Anblick. Dieser wurde damals sogar mit einer Fußbodenheizung versehen, die allerdings nicht mehr in Betrieb ist. Zum anderen ist die Basilika ist seltener säulenloser Hallenbau, also eine große, prachtvolle Halle, die nicht mit den typisch antiken Säulen als Stütze versehen ist.
Ein recht pragmatischer Grund sich ins Innere der Konstantinbasilika zu wagen, ist der Schatten und die Kühle, die sie beim Erkunden der Sehenswürdigkeiten in Trier spendet.
Fun Fact: Das Außenareal der Basilika ist wegen seiner flachen Stufen und Geländern bei Skatern sehr beliebt. Zudem treffen sich dort bei gutem Wetter jeden Donnerstag Tänzer*innen zum gemeinsamen Salsa Tanzen. Diese Treffen sind kostenlos und frei für alle.
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Das Kurfürstliche Palais & Palastgarten – Barocker Prunk und Parkanlage
Das Kurfürstliche Palais wurde im 17. und 18. Jahrhundert als Residenz der Trierer Kurfürsten an die Konstantinbasilika angebaut. Die reich verzierte Rokokofassade, die Prunktreppe und der angelegte Palastgarten sollten Macht und Repräsentationsanspruch der Kurfürsten sichtbar machen. Heute gehört das Ensemble aus Schloss und Garten zu den schönsten barocken Sehenswürdigkeiten in Trier und ist mit seinem barocken Prunk eines der beliebtesten Selfie-Motive unter Tourist*innen. Im Inneren befindet sich mittlerweile ein Verwaltungsgebäude.
Besonders bei gutem Wetter wird die Parkanlage, der Palastgarten, vor allem von Studierenden als Partywiese genutzt. Von überall her kommt Musik, Freund*innen zum gemeinsamen Picknick zusammen, trinken ein paar kühle Getränke und spielen Frisby oder Wikingerschach. Außerdem ist der Garten auch Ausrichtungsort für zahlreiche kulturelle Events, zum Beispiel dem Trierer Mittelaltermarkt.
Aber Vorsicht: Wer den Namen „Palastgarten“ nicht auf der ersten Silbe betont, outet sich sofort als nicht-Trierer*in.

Tipp
Mit der AntikenCard römische Sehenswürdigkeiten in Trier ermäßigt erkunden
Für alle, die ihren Ausflug nach Trier zur Römer-Erlebnisreise machen wollen, gibt es die AntikenCard in verschiedener Ausführung:
Antikencard Basic 18,00 €
Antikencard Premium 28,00 €
Antikencard (M)ein Jahr 60,00 €
Antikencard Gruppe 16,00 €
Antikencard Schule 6,00 €
Die genauen Konditionen sowie die Antikencard selbst gibt’s im Trier Shop.

von Johannes aus der Redaktion
Zwar die älteste Stadt Deutschlands, aber lebendig junggeblieben
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Zurlaubener Ufer – Am Moselufer eine Auszeit nehmen
Abseits der klassischen Sehenswürdigkeiten in Trier ist das Zurlaubener Ufer. Im 17 Jahrhundert als kleines Fischerdorf mit weniger als 200 Einwohnern genutzt, liegt Zurlauben direkt an der Mosel vor den Toren Triers. Die dicht aneinandergereihten Fachwerkhäuser und Wirtshäuser bilden eine malerische Kulisse und auch die Anlegestelle für Moselfahrten ist hier zu finden. Im Laufe der Zeit entwickelte sich das Zurlaubener Ufer von einem Arbeitsort zu einem Ort, an dem sowohl Einheimische als auch Gäste die Natur genießen und an der Moselpromenade eine Pause vom Alltag nehmen.
Besonders im Sommer ist das Zurlaubener Ufer Schauplatz zahlreicher Events, wie dem Zurlaubener Heimatfest, eine große Kirmes mit zahlreichen Ständen, Fahrgeschäften und Live-Musik. Das Ufer ist besonders beliebt bei Studierenden, die sich dort treffen, um gemeinsamen zu grillen und chillen. Nicht selten geben dort Musiker*innen ihr Können zum Besten und sorgen so für eine zauberhafte Untermalung. Wer hat schon mal unter Sternen am Moselufer gesessen und bei einem Glas Wein Klavierklängen gelauscht? Ein absolutes Highlight.
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Mariensäule – Zum Aussichtspunkt wandern als Feuerprobe für Neuankömmlinge
Alle, die neu nach Trier kommen, vor allem zum Studium, müssen ihn mindesten einmal gemacht haben: Den Aufstieg zur Mariensäule. Am besten auch noch bei Nacht mit einem Wegbier. Oben angekommen gibt es als Belohnung dann eine atemberaubende Aussicht auf das Lichtermeer der Stadt und die Mosel. Die Mariensäule wurde im 19. Jahrhundert als monumentales Mariendenkmal oberhalb von Trier errichtet. Entstanden ist die Idee dazu aufgrund von großer Unzufriedenheit der katholischen Bürger*innen Triers mit dem protestantischen Preußischen Königtum. Als Friedrich Wilhelm IV. dann die Konstantinbasilika, schon immer eines der wichtigsten Wahrzeichen der Stadt, als protestantische Kirche deklarierte, wurde als Reaktion der Katholiken damit begonnen, die Mariensäule zu errichten.
Besonders interessant: Die Mittel zum Bau der Mariensäule wurden durch eine Bürgeraktion zur Verfügung gestellt. Der katholischen Bevölkerung Triers war es derart wichtig, ihre Konfession und Marienverehrung öffentlich kundzutun, dass sie die Kosten selbst trugen und den Bau veranlassten. Daher steht die Säule auch an diesem bestimmten Ort, der die Stadt überblickt und auf die Konstantinbasilika herabsieht.


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Hauptmarkt mit Rathaus und Petrusbrunnen – Das Herz der Sehenswürdigkeiten in Trier
Das Herz der Stadt. Der Hauptmarkt entwickelte sich bereits im Mittelalter zum zentralen Handels- und Marktplatz Triers. Heute wuselt es hier wohin man blickt, Einheimische gehen ihren Geschäften nach, Touris sind am Shoppen und Straßenmusiker*innen geben ihr Können zum Besten. Umgeben von Patrizierhäusern, Fachwerk und repräsentativen Bauten wie Rathaus und Marktkirche reiht sich der Hauptmarkt mühelos in die Gruppe der schönsten Sehenswürdigkeiten in Trier ein. Da ein Markt auch ein Marktkreuz haben muss, stattete Erzbischof Heinrich I. den Trierer Hauptmarkt im Jahrhundert damit aus. Zusammen mit dem Petrusbrunnen aus der Renaissancezeit macht es den Platz zu einem Sightseeing-Ziel, das man nicht verpassen sollte.
Besonders interessant: Ab dem 12. Jahrhundert diente die Säule des Marktkreuzes als Pranger für das öffentliche Marktgericht. Noch heute sind Löcher zu sehen, an denen Ketten und Fußfesseln befestigt waren.
Eine kleine Auszeit vom Sightseeing kann man sich an den Weinständen genehmigen, die einem mit leckerem Moselwein versorgen. Auch ein ständiger Markt hat hier seinen festen Platz, auf dem lokale Händler*innen ihre Waren anbieten. Gesundes und Schmackhaftes aus der Region.
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Trierer Dom – Die architektonische Vielfalt bewundern
Der Trierer St. Peters Dom gilt als älteste Bischofskirche Deutschlands und geht teilweise auf eine römische Palastanlage des 4. Jahrhunderts zurück. Über die Jahrhunderte wurde der Dom immer wieder erweitert und der geltenden Baustile entsprechend umgebaut. Damit lag das Gebäude zu jeder Zeit voll im Trend. Wer seine Sehenswürdigkeiten in Trier um ein buntes Potpourri an Baustilen erweitern möchte, kommt am Dom nicht vorbei.
Begonnen mit einem typisch römischen Quadratbau im 4. Jahrhundert über romanische und gotische Einflüsse bis hin zur barocken Kapelle ist hier alles vertreten. Auch akustisch hat der Dom einiges zu bieten. An der Nordwand des Gebäudes ist eine große Kirchenorgeln als sogenannte Schwalbenorgel, also im Gewölbe platziert, angebracht. Im Ostchor gibt es dann noch eine Chororgel. Eine besondere Augenweide bietet außerdem der Kreuzgang, ein überdachtes Areal im Freien, in dessen Mitte ein sorgfältig gepflegter Garten angelegt ist.
Schon gewusst: Der Trierer Dom beherbergt den sogenannten Heiligen Rock, der angeblich ein Stück der Gewandung enthält, die Jesus getragen haben soll. Damit ist der Dom auf der Beliebtheitsskala fleißiger Pilger ein gutes Stück nach oben gerückt.
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Karl-Marx-Haus & Statue – das Geburtshaus des Gesellschaftstheoretikers besuchen
Wer sagt, dass die Geschichte Triers nur aus Römern und Katholiken besteht? Eine berühmte und überaus wichtige Person erblickte in dieser Stadt das Licht der Welt. Das Karl-Marx-Haus ist das Geburtshaus des Philosophen und Gesellschaftskritikers Karl Marx, der hier 1818 zur Welt kam. Das bürgerliche Wohnhaus aus dem 18. Jahrhundert wurde im 20. Jahrhundert in ein Museum umgewandelt. Heute beleuchtet es Leben, Werk und Wirkungsgeschichte von Marx und ergänzt die römischen und sakralen Sehenswürdigkeiten in Trier um eine moderne, ideengeschichtliche Komponente.
Besonders interessant: Dass es sich bei dem Haus um das Geburtshaus Karl Marx handelte, wurde zufällig entdeckt, als man eine Umzugsanzeige in der „Trier’schen Zeitung“ vom April 1818 fand. Das Haus hat heute um die 60% internationale Besucher*innen, allen vorweg aus China.
Erwähnenswert ist hier auch die Karl Marx Statue auf dem Simeonstiftplatz. Sie wurde 2018 zu Marx Geburtstag am 5. Mai enthüllt und war ein Geschenk der Volksrepublik China. Aufgrund ihrer Größe ist sie zudem ein sehr beliebtes Fotomotiv.
