Weimar Sehenswürdigkeiten: Ein Spaziergang durch die Kulturstadt
Weimar steht wie keine andere Stadt für deutsche Kultur, Literatur und Geschichte. Die kleine Stadt in Thüringen ist weltberühmt für ihre zahlreichen Sehenswürdigkeiten, die mit dem Leben und Werk der großen Dichter und Denker wie Goethe und Schiller sowie Komponisten wie Bach oder Liszt in Verbindung stehen. Doch Weimar ist mehr als nur „Goethe und Schiller“: Die Stadt bietet eindrucksvolle Architektur, prächtige Parks und Gärten sowie spannende Museen. Hier finden Sie die beliebtesten Sehenswürdigkeiten der Kulturstadt Weimar auf einen Blick. Erkunden Sie die Top 10 Sehenswürdigkeiten Weimars auf eigene Faust oder bei einer Stadtführung Weimar.

Ein Tipp für Weimars Umgebung: Gedenkstätte Buchenwald
Die Gedenkstätte auf dem Ettersberg bei Weimar ist das ehemalige Konzentrationslager Buchenwald, in dem zwischen 1937 und 1945 Zehntausende Menschen von den Nationalsozialisten ermordet wurden. Die Gedenkstätte informiert über die Geschichte des Lagers. Besonders bewegend und gleichzeitig mahnend ist das „Torhaus“ mit seiner Inschrift „Jedem das Seine“ und die erhaltenen Baracken, in denen Zeitzeugenberichte eindrucksvoll die Vergangenheit und die Einzelschicksale näherbringen.
1. Goethe-Nationalmuseum und Wohnhaus

Angefangen am Frauenplan, wo Goethes Wohnhaus steht: Wussten Sie, dass Johann Wolfgang von Goethe hier von 1782 bis zu seinem Tod 1832 lebte? Viele Möbel, Kunstgegenstände und Bücher sind noch im Original erhalten. Besonders faszinierend ist die Sammlung naturwissenschaftlicher Instrumente – Goethe war ja nicht nur Dichter, sondern auch begeisterter Naturforscher. Im Garten wachsen noch heute Pflanzen, die er selbst angelegt hat, darunter seltene Gewächse aus aller Welt. Das Museum zeigt neben der Dauerausstellung übrigens auch regelmäßig Sonderausstellungen rund um Weimars Kulturgeschichte.
2. Schillerhaus

Ein Stück weiter in der Schillerstraße steht das Schillerhaus. Das Haus ist überraschend schlicht – Friedrich Schiller war nie wohlhabend. Hier schrieb er unter anderem an „Wilhelm Tell“. In seinem Arbeitszimmer steht noch die Original-Schreibmaschine und sein Tintenfass. Im Sommer 1805 starb Schiller in seinem Arbeitszimmer im Alter von nur 45 Jahren. Es gibt einen kleinen Garten hinter dem Haus, in dem Schiller wohl oft mit seiner Familie saß.
3. Herzogin Anna Amalia Bibliothek

In der Herzogin Anna Amalia Bibliothek angekommen, können Sie den berühmten Rokokosaal mit seinen geschwungenen Galerien, den filigranen Verzierungen und dem Deckenfresko bestaunen. Die Bibliothek wurde 1766 von Anna Amalia gegründet, die selbst eine große Förderin der Künste war. In den Regalen stehen Erstausgaben von Goethe, Schiller und Wieland, aber auch eine unschätzbar wertvolle Lutherbibel von 1534. Nach dem Brand 2004 mussten tausende Bücher restauriert werden – ein europaweit beachtetes Projekt. Der Besuch der Bibliothek ermöglicht es Gästen, in die Welt der Literatur einzutauchen und die Schönheit der Architektur zu genießen.
4. Bauhaus-Museum Weimar

Weimar ist mehr als Klassik – Weimar ist auch Moderne. Das neue Bauhaus-Museum ist ein architektonisches Highlight. Es steht am Stéphane-Hessel-Platz, ganz in der Nähe des Hauptbahnhofs. Die Ausstellung zeigt, wie Walter Gropius 1919 in Weimar das Bauhaus gründete. Zu sehen gibt es Originalmöbel von Marcel Breuer, Grafiken von Paul Klee und Fotografien von Lucia Moholy. Besonders spannend: Viele Alltagsgegenstände, wie die berühmte Wagenfeld-Lampe oder das Teeservice von Marianne Brandt, wurden hier in Weimar entworfen! In diesem Zusammenhang sei auch die Bauhaus-Universität Weimar erwähnt, die als architektonisches Meisterwerk und wichtiger Teil der Bauhaus-Bewegung bekannt ist. Besucher können die innovative Architektur bewundern und mehr über Design, Kunst und Architektur erfahren, die hier seit den 1910er Jahren gelehrt werden. Ihre Ursprünge reichen bis ins Jahr 1860, als Großherzog Carl Alexander die Großherzoglich-Sächsische Kunstschule in Weimar gründete.
5. Stadtschloss Weimar

Das Stadtschloss blickt auf eine lange Geschichte zurück – das heutige Gebäude stammt aus dem 18. Jahrhundert, aber schon im Mittelalter stand hier eine Festung. Im Schloss residierten die Herzöge von Sachsen-Weimar-Eisenach. Im prachtvollen Festsaal fanden regelmäßig Konzerte statt, zu denen auch Franz Liszt spielte. Die Kunstsammlungen beherbergen Werke von Lucas Cranach, Caspar David Friedrich und Max Beckmann. Im Schloss gibt es außerdem eine kleine Kapelle mit Orgel – Johann Sebastian Bach war hier zeitweise Hoforganist.
6. Park an der Ilm

Der Park an der Ilm zieht sich wie eine grüne Oase durch die Stadt. Goethe war maßgeblich an der Gestaltung beteiligt – er plante Sichtachsen, ließ seltene Bäume pflanzen und künstliche Ruinen bauen. Im Park begegnen wir dem Gartenhaus, das Goethe 1776 erwarb. Hier entstanden viele seiner Gedichte, darunter das berühmte „An den Mond“. Außerdem finden sich im Park weitere Sehenswürdigkeiten wie das Tempelherrenhaus, das Römische Haus und das Borkenhaus, welches als Rückzugsort von Carl August von Sachsen-Weimar und Eisenach bekannt war. Sie entscheiden, ob Sie im Park lediglich eine kleine Pause vom städtischen Trubel genießen möchten, wie es Herzog Carl August tat, oder ob Sie Kultur und Geschichte erleben möchten!
7. Schloss Belvedere

Mit dem Bus können Sie hinaus zum Schloss Belvedere fahren, das in den 1720er Jahren als Sommerresidenz für Herzog Ernst August errichtet wurde. Das UNESCO-Weltkulturerbe diente der Familie von Sachsen-Weimar und Eisenach als Sommerresidenz. Es liegt inmitten eines prächtigen Parks, der als Meisterwerk des Barocks gilt. Er begeistert Besucher mit kunstvollen Blumenbeeten, Grotten, einem Lust- und Irrgarten sowie einer Orangerie. Das Schloss ist heute ein Museum des Kunsthandwerks und zeigt Porzellan, Glas und Musikinstrumente aus mehreren Jahrhunderten. Im Sommer finden hier regelmäßig klassische Konzerte statt. Wenn Sie den weitläufigen Park selbst erkunden möchten, legen wir Ihnen die App Weimar + ans Herz, mit der Sie Zugriff auf einen Audioguide und eine interaktive Karte haben.
8. Wittumspalais

Das Wittumspalais war nach dem Tod ihres Mannes der Wohnsitz von Herzogin Anna Amalia. Sie lud hier regelmäßig zu literarischen Salons ein, bei denen Goethe, Schiller und Herder zu Gast waren. Somit galt es zu ihren Lebzeiten als kulturelles Zentrum Weimars. Die Räume sind mit originalen Tapeten, Möbeln und Kunstwerken ausgestattet. Ein Highlight ist das Musikzimmer, in dem auch heute noch kleinere Konzerte stattfinden.
9. Deutsches Nationaltheater und Staatskapelle Weimar

Das Deutsche Nationaltheater am Theaterplatz ist ein monumentales Gebäude mit großer Geschichte. Hier wurde 1919 die Nationalversammlung eröffnet und die Weimarer Verfassung verabschiedet. Vor dem Eingang steht das berühmte Goethe-Schiller-Denkmal. Im Inneren erwarten Sie prachtvolle Säle und eine der modernsten Bühnen Deutschlands. Das Theaterensemble ist bekannt für seine innovativen Inszenierungen von Klassikern und modernen Stücken.
10. Historischer Friedhof und Fürstengruft

Hier wird es still: Der Historische Friedhof ist nicht nur ein wunderschön angelegter Park, sondern auch die letzte Ruhestätte vieler berühmter Einwohner Weimars. In der Fürstengruft, die im Besitz der Klassik Stiftung Weimar ist, ruhen die beiden berühmten Dichter Goethe und Schiller vermeintlich Seite an Seite. Goethe hatte den Wunsch geäußert, neben seinem langjährigen Wegbegleiter und engen Freund Schiller beigesetzt zu werden. Wie sich jedoch Anfang der 2000er Jahre herausstellte, handelte es sich in der Gruft nie um die Gebeine Schillers. Die Gruft gilt außerdem als ein Symbol für die enge Verbindung zwischen Literatur und Adel in Weimar, da sie auch Ruhestätte der Angehörigen der Häuser Sachsen-Weimar und Sachsen-Weimar-Eisenach ist.